Dengeln: Schärfer geht’s nicht!

 

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Ein Sensenblatt muss scharf sein, damit es seine Aufgabe erfüllt. Ein stumpes Blatt “ohne Schneid” macht  Mähen zur mühevollen Qual. Das ist wie Brot schneiden mit einem stumpfen Messer. Das Sensenblatt vor dem Mähen auf Schärfe zu überprüfen und eventuell zu schärfen, ist daher ein MUSS. Geübte Mäher dengeln das Sensenblatt NACH getaner Arbeit. Dann ist es am nächsten Morgen in der Früh einsatzbereit.

 

Dengeln

Geschärft wird ein Sensenblatt beim so genannten “Dengeln” mit Hammer / Amboss  –  und nicht durch Wetzen mit einem Wetzstein bzw. Abziehstein.

Dengeln kommt etymologisch vom althochteutschen “tangol”, der Hammer. “Dengeln” bezeichnet ein Verfahren zum Schärfen der Schneide einer Sense, Sichte oder Sichel, bei dem diese zu einer dünnen, scharfen Schneide durch Hämmern ausgetrieben wird.

Dengeln ist also Kaltschmieden durch “hämmern”, meist mittels eines speziellen Dengelhammers und einem kleinen Dengelamboss, oft sitzend auf dem “Dengelbock”, einem speziellen Arbeitssitz.  Prinzipiell reicht als Untergrund (“Halterung”) für den Dengelamboss aber auch ein sonstiger fester Untergrund: Ein Baumstumpf, ein Steinblock, der Erdboden.

Dengeln  ist ein Kunsthandwerk, das lange Erfahrung  und eine ausgefeilte Technik erfordert.

 

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Dengeln mit einem Hammer und Amboss ist Schärfen in Perfektion – wenn man es beherrscht. Es ist anstrengend und eintönig – aber wirkungsvoll. Bei jedem der mehreren hundert Hammerschläge pro Sensenblatt muss zehntelmillimeter genau an der richtigen Stelle getroffen werden, um die Scheide gleichmäßig “dünn und scharf” zu hämmern. Hinzu kommt eine spezielle Schlagtechnik und Schlagreihenfolge.

Daher birgt traditionelles Dengeln die Gefahr, das Sensenblatt durch einen einzigen unbedachten Schlag zu zerstören.

Dengelservice: Kursteilnehmer können bei uns ihre Sense traditionell dengeln lassen, mit Hammer und Amboss – zu günstigen Konditionen.

Dengelapparate

Seit jeher haben Mäher versucht, Geräte zu erfinden, die das Dengeln erleichtern sollten. Entweder wurde versucht, mit den unterschiedlichen  “Sensendengelapparaten” die Zielgenauigkeit der Hammerschläge zu ersetzen, oder das Sensenblatt wird nicht gehämmert, sondern gewalzt, also “gequetscht”.

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Dengelgerät mit Schlagbolzen

Diese Apparate haben sich allsamt jedoch lediglich als mehr oder wenig schlechte Notlösungen erwiesen. Nur mit einem einzigen Gerät lässt sich die Qualität des Dengels mit Hammer und Amboss annähernd erreichen: Der Schlagdengler (englisch:”peening jig”).

Der Schlagdengler wurde im 19. Jahrhundert in England erfunden und ist insbesondere in England, Frankreich und Amerika verbreitet. Mittels zwei verschiedener Schlaghülsen, eine zum Vordengeln, eine zum Nachdengeln, wird das Prinzip des Dengelns mit Hammer und Amboß nachempfunden. Dieses Gerät wird auch in kürzerer Zeit von Laien gut beherrscht.

 

Beispiel für einen Schlagdengler

 

Wie das Schärfen mit einem Schlagdengler funktioniert, zeigt Ihnen das Video von Neil Dudmann, Tschechien, www http://kosimesnadno.cz/   . Dort können Sie unter info(at)kosimesnsdno.cz   recht günstige Schlagdengler erwerben. Eine andere Möglichkeit ist die Firma Schröckenfux in Österreich oder Sie suchen unter dem Begriff “Schlagdengler”  bei Ebay.

 

 

 

Wetzen / Der richtge Wetzstein

 

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Das Wetzen des Sensenblattes mit einem feuchten, gleichmäßig geführten Wetzstein hat zwei Funktionen:

1. er gibt dem bereits geschärften (gedengelten) Sensenblatt den “allerletzten Schliff” und/ oder

2. er richtet während des Mähens -immer mal wieder zwischendurch- eine durch den Graswiderstand leicht verbogene Schneide (den “Dangl”) wieder auf.

Übrigens: Risse im Sensenblatt, so genannte “Scharten”, lassen sich entgegen dem Volksmund kaum “auswetzen”. Scharten werden durch Dengeln repariert. Zum Wetzen von Sensenlätter werden speziell geformete Wetzsteine verwendet. die -grob betrachtet- oval und leicht zigarrenförmig aussehen.

 

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Unterschiedlich ist allein die Art der Herstellung von Wetzsteinen. Es gibt industriell gefertigte KUNSTWETZSTEINE (grobe und feine) und natürlich abgebaute -weiche oder harte- NATURWETZSTEINE. Kunstwetzsteine sind günstiger und robuster als Naturwetzsteine, die schon mal zerbrechen können. Der Vorteil bei Naturwetzsteinen: Sie sind OPTIMAL für die “artgerechte Pflege” von hochwertigen, feinen Sensenblättern.

Wir empfehlen und verwenden  für unsere hochwertigen Schulungssensenblätter ausschließlich NATURWETZSTEINE, Einer unserer Favoriten ist der Sensenwetzstein “Roter Storch”: Eine Rarität aus rotem Sandsteinist und leider im freien Handel nicht mehr erhältlich.

 

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Alles Wissenswerte zum Schärfen: Dengeln und Wetzen erfahren Sie in einem Sensenkurs!

 

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Sensenschule Bergisches Land: Wir freuen uns auf Sie!

 

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